Die unglückliche Auftaktniederlage (0:2 gegen Blustavia) nach dem Wiederaufstieg in die höchste Regionalliga des 104-jährigen Traditionsverein FC Trimbach (FCT) warf kein schiefes Licht auf die kürzliche Generalversammlung. Überstrahlt wurde die Rechenschaftsablage vielmehr durch den sportlichen Höhenflug. Zur Erinnerung: Der FCT wurde 2006 zusammen mit Lommiswil in die Niederungen der 3. Liga verbannt. Bei allem Enthusiasmus: Von einem Ruhekissen kann beim «Röseliträger » auf dem Jersey keine Rede sein. Vielmehr setzt man beim ehemaligen Erstligisten einerseits im Führungsbereich auf Kontinuität; andererseits signalisierten die Mitglieder ihre Bereitschaft, dort sich vermehrt zu engagieren, wo Handlungsbedarf nötig ist.
Präsident Stephan Christ brachte es in seinem Jahresbericht auf den Punkt: «Aus sportlicher Sicht dürfen wir auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Die Kehrseite der Medaille ist: Nach zwei Jahren, in denen der Verein schwarze Zahlen schrieb, schloss die laufende Rechnung mit einem Ausgabenüberschuss in fünfstelliger Höhe ab». Stephan Christ formulierte zum Abschluss seines Berichts die Zielsetzungen für die Saison 2011/12 wie folgt: Etablierung der ersten Mannschaft in der 2. Liga. Weiterausbau der Nachwuchsabteilung. Die Zertifizierung (ZeFu) wieder neu erfüllen. Stabilisierung der Finanzen und schliesslich neue Sponsoren gewinnen.
Finanzchef Peter Bitterli wies in seinem Kommentar zur Rechnung darauf hin, dass kostspielige Investitionen den Budgetrahmen sprengten. «Allen Sparübungen zum Trotz schloss die Jahresrechnung mit einem Defizit ab. Der Aufstiegsmannschaft sei Dank. Die Qualifikation für die Aufstiegsspiele brachten dem Verein zusätzliche Einnahmen, die schliesslich dazu führten, «dass wir mit einem blauen Auge davonkamen», so der Finanzminister, der in seinem Ausblick insofern am Finanzhimmel einen Silberstreifen erspäht, weil die Mitglieder auf Antrag des Vorstandes einer linearen Erhöhung der Mitgliederbeiträge um 50 Franken zustimmten. Das Budget sieht nach diesem Schritt in eine wegweisende Zukunft noch einen Mehraufwand von 350 Franken vor.
Trotzdem: Ein Zurücklehnen in der Geldmittelbeschaffung gibt es nicht. Wenn es nach dem Vorstand geht, soll der Sponsoringbereich auf eine völlig neue Basis gestellt werden. Neue Einnahmenquellen sollen durch zusätzliche Anlässe wie Lottomatch oder Familienabend geschaffen werden. – Sportchef Urs Baumgartner erinnerte in seinem Bericht daran, dass es fünf Jahre dauerte, ehe der Wiederaufstieg zu den Grossen des Regionalfussballs bewerkstelligt werden konnte.
Es gab eine Rotation im Vorstand: Urs Baumgartner ist neu zuständig für den Bereich Anlässe, derweil Peter Kohler zum neuen Sportchef gewählt wurde. Präsident Stephan Christ, Vizepräsident Benjamin Tschumi, Finanzchef Peter Bitterli sowie Stephan und Shirley Noordijk (Juniorenkommission) Vervollständigen die Führungscrew.
Auf waches Interesse stiess abschliessend das Referat von Hansjörg Frey über die Perspektiven bezüglich der Infrastruktur in Trimbach. Denn, wenn es nach dem Willen einer Mehrheit innerhalb der Gemeinde geht, soll das Flutlicht auf dem Leinfeld bald ausgehen und die Schalter neu im Grossfeld angedreht werden. Der OK-Präsident des 100-Jahr-Jubiläums zeigte sich bei der Präsentation des neuen Projekts zuversichtlich, dass zusammen mit den positiv eingestellten Gemeindebehörden in absehbarer Zeit eine einvernehmliche, tragfähige Lösung erarbeitet werden könne. Am Dienstag, 6. September, werden der Gemeinderat sowie der Vertreter des FCT das weitere Vorgehen festlegen, wobei die «Züglete» vom Lein- ins Grossfeld eine einmalige Chance bietet, die es zu nutzen gilt . (WE)