Die Orientierungsversammlung betreffend Verlegung der Sportstätten vom Leinfeld hin zum Grossfeld (OT vom Freitag, 18. November) war am Dienstag nochmals Thema im Trimbacher Gemeinderat, wie Gemeindepräsident Karl Tanner auf Anfrage erklärte. Wie er ausführte, sei der Anstoss für dieses Grossprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund 2,4 Mio. Franken im Frühling seitens des Rates erfolgt, weil bekannt sei, dass im Leinfeld prekäre Verhältnisse herrschten bezüglich Infrastruktur und Garderoben. «Alles ist zu alt und zu klein», so Tanner. Darüber hinaus befriedigten auch die Begleiterscheinungen nicht: Diverse Anwohner seien auf der Gemeindeverwaltung vorstellig geworden und hätten sich über Lärmimmissionen sowie über unhygienische Vorkommnisse im Zusammenhang mit Anlässen beschwert.
«Reaktionen ausschlaggebend»
An der gut besuchten Info-Veranstaltung vom 16. November seien zwiespältige Meinungen laut geworden. Während das Projekt bei einigen Votanten Zustimmung gefunden habe, hätten sich andere aus diversen Gründen vehement dagegen geäussert. «Nicht zu überhören war die Kritik, dass eine Investition für 2,4 Mio. Franken für den Fussballclub getätigt werde», so Tanner.
«Es ist ein ambitioniertes Projekt, und der Rat hat erkannt, dass zu wenig Informationen darüber bei den Leuten vorhanden sind», räumte er ein. Zudem habe der Rat die Reaktionen unterschätzt und die Parteien sowie die Vereine im Vorfeld noch nicht orientieren können. Dies werde nun in den kommenden Wochen und Monaten nachgeholt.
Aber er hielt fest: «Das Projekt wird nicht beerdigt. Wir werden anlässlich der Budgetgemeindeversammlung nochmals ausführlich das leicht abgeänderte Vorhaben vorstellen. Es wurden schon Kosten in das Vorprojekt investiert, und der Rat erachtet es als gut und sinnvoll, weil im Grossfeld genügend Raum für entsprechende Infrastrukturbauten und Parkplätze besteht», betonte der Gemeindepräsident.
Was gegenüber der ersten Version ändere, sei die Öffnung der Leinfeld- Anlagen zum Dellenpark hin und die Verschmelzung mit dem Dellenpark; davon wolle man nun absehen. Und auch an der Umzonung jenes Gebietes in die Wohnzone W2 zwecks Finanzierung des Projekts durch Landverkauf wolle man nicht mehr unbedingt festhalten.
Eingang in den Finanzplan
Der Rat habe sich für dieses Vorgehen entschieden, weil man nicht riskieren wolle, dass an der Gemeindeversammlung ein Antrag auf Nichteintreten gestellt werde und dieser allenfalls angenommen würde. Da Projekt werde aber schon nächstes Jahr in den Finanzplan Eingang finden. Jedoch müsse die Finanzierung neu überdacht werden. Im kommenden Frühling werde der Rat das Projekt nochmals diskutieren und einen neuen Terminplan festlegen.
«Aus heutiger Sicht wird sich das Ganze wohl um rund ein Jahr verschieben. Keinesfalls wollen wir dem Souverän das Projekt ‹Grossfeld› vor der oder gleichzeitig mit der Fusionsabstimmung vom Sonntag, 17. Juni 2012 vorlegen», betonte Tanner. Mit der Fusion der Gemeinden Hauenstein- Ifenthal, Olten, Trimbach und Wisen sei auch denkbar, das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt in ein Gesamtkonzept, das zusammen mit der Stadt Olten erarbeitet werden könne, zu integrieren.
In Kürze
• Der Gemeinderat nahm Kenntnis von der Vernehmlassung zum Agglomerationsprojekt Aareland, zweite Generation.
• Die Budgetgemeindeversammlung findet am Montag, 12. Dezember, um 20 Uhr im Mühlemattsaal statt. Themen werden neben dem Voranschlag und der erneuten Orientierung zum Projekt «Grossfeld» Informationen zu «Fusion Olten Plus» und zur Zielankunft der Tour de Suisse in Trimbach am Dienstag, 12. Juni 2012, sein.
Am Mittwochabend hatten die Trimbacher Gemeindebehörden zu einer Info-Veranstaltung in den Mühlemattsaal geladen; rund 70 Personen waren erschienen. Im Zentrum stand das Vorhaben der Gemeinde, grosse Teile der Leinfeld-Sportanlagen ins Grossfeld zu integrieren und einen Teil des Leinfeld-Sportareals mit dem Dellenpark verschmelzen zu lassen. Der Souverän wird sich anlässlich der Budget-Gemeindeversammlung vom Montag, 12. Dezember, ein erstes Mal dazu äussern dürfen. Steht er dem Vorhaben positiv gegenüber, wird er im Frühjahr 2012 an der Urne definitiv darüber zu befinden haben.
Leinfeld: Zu viele Immissionen
Weshalb das Vorhaben? Wie Projektleiter Hansjörg Frey von der Freycon, Olten, erläuterte, würden sich heute viele sportliche Aktivitäten im Raum Leinfeld-Gassacker/Sportplatz Leinfeld abspielen. Sowohl Schul- wie auch Wohn- und Erholungsgebiet (Dellenpark) würden dabei übermässig mit Lärm- und Verkehrsimmissionen belastet. Zudem seien sämtliche zugeordneten Infrastrukturanlage aus den 1960er-Jahren veraltet und entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Sportplatz Grossfeld östlich der Leinfeldanlagen an der Winznauerstrasse hingegen befinde sich in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen und sei im Zonenplan ausgeschieden. Entsprechend solle der Leinfeld- Fussballplatz gezügelt und in die Sportanlage Grossfeld integriert werden. Die Erschliessung solle neu über die Winznauerstrasse erfolgen und das Gebiet Leinfeld nutzungsmässig entlastet werden. Die Grossfeldanlage bestehe heute aus einem beleuchteten, 64 mal 100 Meter grossen Hauptspielfeld sowie einem ebenfalls beleuchteten, 64 mal 50 Meter grossen Trainingsfeld nördlich des Hauptfeldes. Ein altes, nicht mehr genutztes Materialhäuschen neben dem Spielplatz und Parkiermöglichkeiten für 20 Fahrzeuge entlang der Winznauerstrasse ergänzten den Ist-Zustand.
Erweiterung Grossfeld
Neu bleibe das Trainingsfeld zwar unverändert, das Hauptfeld hingegen werde mit Zuschauerumrandung und Rundumweg ergänzt. Südlich von Haupt- und Trainingsfeld sollen ein 64 mal 100 Meter messendes Ersatzfeld für den Sportplatz Leinfeld sowie ein Ersatz-Juniorenspielfeld für die E- und F-Junioren (36 mal 50 Meter) eingerichtet werden; beide beleuchtet, versteht sich. Die Parkieranlage an der Winznauerstrasse schliesslich solle mindesten 60 Plätze aufweisen und ebenfalls genügend Abstellplätze für Motor- und Fahrräder beinhalten. Ebenfalls neu soll ein zentrales, eingeschossiges Betriebsgebäude errichtet werden, welches sechs Garderoben mit zwei Duschräumen für die Sportlerinnen und Sportler; zwei Garderoben mit Dusche und WC für die Schiedsrichter; genügend Toilettenanlagen; einen Sanitätsraum; ein Turnierbüro; einen Materialraum; einen Aufenthaltsraum mit Restaurationsbetrieb, Nebenanlagen und befestigtem Vorplatz und schliesslich eine Schuhwaschanlage sowie eine Aussenstation für Platz-Unterhaltsmaterial beinhalten soll. Weiter soll eine disponible, 40 mal 40 Meter grosse Spielfläche, beispielsweise für zwei Volleyball-Felder, hinzukommen. Die Niederamtstrasse würde dann eine unterbrochene Verkehrsführung von und zur Winznauerstrasse aufweisen (Sackgasse mit Wendeplatz). Und der bestehende Kinderspielplatz schliesslich würde lagemässig leicht versetzt. Wichtig dabei sei, so Frey, dass die Sportanlage Grossfeld komfortabel erschlossen werde und man die Winznauerstrasse sicher queren könne. Die Spielfelder und Infrastrukturbauten müssten so platziert werden, dass Licht- und Lärmimmissionen «auf die Umgebung minimal wirken». Alle Einrichtungen und Anlagen müssten «nach wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten gestaltet und platziert werden». Und schliesslich sollten die bestehenden Plätze, die Topografie und die Werkleitungen beachtet respektive genützt werden.
Die Zukunft des Leinfeldes
Heute weise das Leinfeld-Areal ein Hauptspielfeld (60 mal 100 Meter) sowie ein Trainings- oder Juniorenspielfeld (36 mal 50 Meter) auf, beide beleuchtet. Ferner fänden sich dort eine Schuhwaschanlage, vier Garderobenräume, eine Duschanlage, eine Schiedsrichter-Umkleidekabine, zwei kleine Toilettenanlagen sowie drei Materialräume innerhalb und ausserhalb des Gebäudes. Diverse Materialschränke im Eingangskorridor, ein Beizli sowie Parkiermöglichkeiten für Motorfahrzeuge und Fahrräder auf und entlang der Längmattstrasse rundeten das Angebot ab. Neu sollen die bestehende Fussballplatzumrandung abgebrochen und die bestehenden Parkiermöglichkeiten mit der Längmattstrasse verbunden respektive neu gestaltet werden. Der Dellenpark solle gegen die verbleibende Leinfeld-Sportfläche auf rund 20 Metern geöffnet werden, was bedeute, dass der bestehende Mauersockel abgebrochen werden soll. Ziel sei es, dass das Leinfeld-Areal weiterhin polysportiv durch die Schule und die Vereine genutzt werden könne. Die Areale Leinfeld und Dellenpark sollen verbunden und «visuell eine Einheit werden». Die Längmattstrasse in diesem Abschnitt müsse gestalterisch angepasst werden, und das Areal südlich des heutigen Fussballplatzes wolle man «allenfalls einer Wohnnutzung zuführen».
Kosten und Finanzierung
Die Bruttokosten würden gegenwärtig im Rahmen eines Vorprojekts ermittelt und sollen sich, laut Frey, «auf zirka 2,44 Mio. Franken belaufen ». Sowohl für die Finanzierung der Anlagen im Grossfeld wie auch für die Anpassungen auf dem Leinfeld- Areal würden neben dem ordentlichen Investitionsbudget der Lotteriefonds, mögliche Erträge aus allfälligen Landverkäufen im südlichen Leinfeldareal mit damit notwendigen Teil-Umzonungen von Gebieten von «öffentliche Bauten und Anlagen» in die Wohnzone «W2b», Eigenleistungen der Sportvereine sowie Sponsoren ins Auge gefasst.
Das Projekt werde im Rahmen der Budgetgemeindeversammlung pro 2012 am Montag, 12. Dezember, behandelt. Sollte ihm die Versammlung positiv gegenüberstehen, werde die Bevölkerung im Frühjahr 2012 an der Urne endgültig darüber befinden. Laufe alles gut, wolle man im Sommer 2012 mit dem Umbau beginnen und das Vorhaben bis Sommer 2013 fertigstellen.
Die Sportanlage Leinfeld, mitten in einem Wohnquartier gelegen, wird den wachsenden Bedürfnissen von Sportaktivitäten der Vereine und Schulen nicht mehr gerecht. Abgesehen von den Kapazitätsengpässen im Sportbereich, sind die Anwohner den Lärmimmissionen ausgesetzt. Diese Situation ist längerfristig für den Schul- und Freizeitsport, aber auch für die Anwohnerschaft, nicht mehr tragbar. Vertreter der Sportvereine und Behörden hatten sich der Problematik angenommen und die Vision «Sportanlage Grossfeld konkretisiert.
Visionsprojekt im Rat vorgestellt
Mitinitiant Hansjörg Frey, als Trimbacher Urgestein und Ortsplaner Kenner aller Örtlichkeiten und Vertrauter der Vereins- und Sportszene, stellte dem Gemeinderat die Vision Sportanlage Grossfeld «als Traum und Weitblick in die Zukunft» vor. Die visionäre Idee, grob skizziert, sieht vor, in der Zone für öffentliche Bauten im Grossfeld, mit Einbezug des alten Werkhofes, ergänzend zu den bestehenden Sportanlagen, zusätzliche Fussballfelder zu erstellen. Es sollen Parkplätze geschaffen und ein Sport-Begegnungszentrum mit Restaurationsbetrieb, sanitären Anlagen, Garderoben und Materialmagazin erstellt werden.
Das Leinfeld soll in Verbindung mit dem Dellenpark als Spiel-, Freizeit und Erholungsoase umgestaltet und aufgewertet werden. Damit der Traum nicht vor dem bösen Erwachen ob der Kosten platzt, gab Hansjörg Frey auch Finanzierungsideen preis. Das kleine, der Sonnfeldstrasse angrenzende Spielfeld, soll als Bauland eingezont und zur Finanzierung der Vision Sportanlage Grossfeld veräussert werden. Im Bewusstsein, den gegenwärtigen Zustand im Leinfeld den Nutzniessern und Anwohnern nicht länger zumuten zu können, zeigte sich der Gemeinderat von der Vision angetan, was sich in der anschliessenden Diskussion eindrücklich bestätigte. Der Gemeinderat legte das weitere Vorgehen fest und beauftragte Hansjörg Frey, als ersten Schritt eine Offerte für eine Planungsstudie zu unterbreiten.