Was war da bloss im Pausentee? Trimbach nimmt nach 2:1 Sieg bei Däniken-Gretzenbach Kurs auf die Aufstiegsspiele zur 2. Liga Die Zuschauer auf dem Däniker Brühlfeld sahen ein Niederämterderby mit zwei völlig verschiedenen Halbzeiten. Am Ende jubelten verdientermassen die Gäste aus Trimbach. Der FCT hat damit gegen Däniken in dieser Saison das Punktemaximum geholt. Als hätten ihn eine Tarantel gestochen rannte er in Richtung Eckfahne, zog das Leibchen aus und liess sich von seinen Teamkollegen nur schwer einfangen. Luca Schifferle feierte seinen 2:1-Führungstreffer in der 82. Minute ausgelassen - so ausgelassen, dass ihn Schiedsrichter Demir regelkonform verwarnen musste. Er sei nach seinem Treffer einfach nur "überglücklich" gewesen, die gelbe Karte, die er für das Ausziehen des Trickots zu erwarten hatte, habe ihn in idesem Moment schlicht "nicht interessiert", so Schifferle nach dem Schlusspfiff.
In den verbleibenden Minuten nach Trimbachs Führungstreffer machte Däniken-Gretzenbach nochmals - zuvor lange vermisste - Kräfte frei. Mehr als ein Lattenschuss Reck, fast von der Eckfahne aus getreten, sowie ein Ramel-Kopfball, der von FCT-Spielertrainer Rrustolli kurz vor der Linie in Corner geklärt wurde, schaute aber für das Heimteam nicht mehr heraus. Ein Ausgleich ganz zum Schluss hätte auch nicht dem Spielverlauf entsprochen, konnte sich doch Däniken bei seinem ausgezeichneten Torhüter Giuseppe Militello bedanken, nicht schon früher in Rückstand geraten zu sein. Verdiente Däniker Führung Dabei hatte sich die Partie bis zum Pausentee noch ganz nach dem Geschmack der Mehrheit des Publikums abgespielt. Beide Teams hatten ähnliche Torchancen verzeichnet - das Heimteam allerdings die deutlich besseren. Zu verdanken hatte es dies vor allem dem glänzend aufgelegten Kevin Lopez. Der 20-Jährige, nur in die Startformation gerückt wegen der Sperre von FCDG-Topscorer Roman Berner, war ungemein wirblig und kreativ. Und er war es denn auch, der die Däniker nach 20 Minuten in Front schoss. Nach einem Prellball schob er den Ball überlegt an Husi vorbei in die entferntere Torecke. Fünf Minuten später bediente er Gullone, der aber wie Strebel nach dem folgenden Eckball das druchaus mögliche 2:0 vergab. Trimbach, das nach dem Rückstand nicht in Hektik verfiel, war zu diesem Zeitpunkt mit dem knappen Rückstand noch gut bedient. Gegen Ende der ersten Halbzeit schien es, als ob die Akteure der beiden Teams den warmen Temperaturen bereits Tribut zollen müssten. Dennoch wurden den Spielern nur gerade sieben Minuten gewährt, um neue Kräfte zu tanken - Trimbach nutzte diese Zeit offenbar weit besser. Jedenfalls waren die beiden Teams nach der Pause kaum wiederzuerkennen: Das Heimteam enttäuschte nun, schien gedanklich noch nicht wieder auf dem Platz zu sein, betelte zuweilen frömlich um den Ausgleich. Das Geschehen spielte sich fast ausschliesslich vor dem Däniker Schlussmann Militello ab, der mehrfach brillant abwehrte - etwa gegen zwei Kopfballchancen Iandiorios oder einen Weitschuss Rrustollis. Trimbach Powerplay Unterbrochen wurde das Trimbach Powerplay nur einmal, als wiederum Lopez für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorge. Militello war auf bestem Weg, zum grossen Matchwinner zu avancieren, als schliesslich auch er sich geschlagen geben musste: Schalt war es vergönnt, den längst fälligen Auslgeich zu erzielen. Einige Minuten später doppelte Trimbachs Topscorer Schifferle, der seinen 17. Saisontreffer markierte, nach Zuspiel Hallers nach. Wie schon im Hinspiel (3:1) ging die volle Punkteausbeute an Trimbach. Goalie Militello, der verhinderte Held, fand keine Erklärung für die Passivität des Heimteams nach der Pause: "Wir haben einfach keinen Fussball mehr gespielt, sind nur noch hinten reingestanden. Nach dem 1:1 hätten wir eigentlich erwachen sollen, doch das ist leider nicht passiert. In der ersten Halbzeit hatten wir gezeigt, dass wir sie in Schach halten können, aber nach der Pause lief bei uns nichts mehr zusammen - warum weiss ich auch nicht." Däniken-Gretzenbach, so viel ist klar, darf sich nun keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben, sonst finden die Aufstiegsspiele ohne das Kägi-Team statt, dafür mit Kestenholz - und Trimbach. Telegramm Däniken-Gretzenbach - Trimbach 1:2 (1:0) Bühlfeld - 160 Zuschauer - SR:Demir. - Tore: 21. Lopez 1:0. 71. Schalt 1:1. 82. Luca Schifferle 1:2. Trimbach: Thomas Husi; Yildirim, Rrustolli, Tschumi, Bärtschi; Nisandzic, Iandiorio; Haller; Schalt, Filipovic (46. Pajtak); Luca Schifferle. Däniken-Gretzenbach: Militello; Sutter, Schönbucher, Strebel, Dominik Balz (83. Jimenez); Gullone, Reck, Egger, Patrick Balz; Page (66. Ramel), Lopez (74. Kägi). Bemerkungen: Däniken-Gretzenbach ohne Hauri und Schlienger (beide verletzt), Novak und Hofer (beide abwesend) sowie Berner (gesperrt). Trimbach ohne Borter und Kropf (beide verletzt) sowie Bitterli und Jauch (beide abwesend). 88. Lattenschuss Reck. Verwarnungen: 58. Iandiorio (Reklamieren). 63. Reck (Foul). 82. Luca Schifferle (Trikotausziehen). 92. Jimenez (Foul). |