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OT-Interview mit Thomas Husi |
18 – und schon eine feste Grösse
FC Trimbach Der erst 18-jährige Thomas Husi ist bereits unbestrittener Stammgoalie
Fachleute attestieren ihm viel Talent, trauen ihm den Sprung mindestens in die 1. Liga zu. Noch aber verhindert er für den Drittligisten Trimbach Tore: der 18-jährige Thomas Husi.
ACHIM GÜNTER
Wenn Thomas Husi dereinst den Schritt in die höchste Amateurliga oder vielleicht sogar in den bezahlten Fussball geschafft haben sollte, wird seine Mutter Amabile die Anekdote wohl noch öfters erzählen müssen: Als ihr Filius im Alter von gerade mal fünf Jahren erstmals ein Training bei den Trimbacher F-Junioren besuchte, stellte er sich ins Tor – und wurde von einem Ball mitten im Gesicht getroffen. Beim kleinen Thomas begann die Nase zu bluten. «Wir mussten ihm schon ein wenig zureden», erinnert sich Amabile Husi an die Karrierenanfänge ihres Sohnes.
Thomas Husi liess sich nicht beirren. Er blieb der Torhüterposition bis heute treu – inzwischen ist er 18-jährig. Mit Ausnahme einer einzigen Halbzeit war er während der gesamten Karriere nie als Feldspieler im Einsatz. Bereits im Alter von 15 Jahren absolvierte Husi erste Freundschaftsspiele mit dem FC Trimbach, mit 16 fand er Aufnahme im Kader der ersten Mannschaft, seit der Winterpause der Saison 2006/07 ist er Stammgoalie. Der damals neue Trainer Reto Lörtscher hatte ihn zur Nummer 1 gemacht. Seit diesem Sommer ist nicht mehr Lörtscher, sondern Bejtush Rrustolli FCT-Trainer. Auch dieser hält grosse Stücke auf Husi, bezeichnet ihn als potenziellen 1.-Liga-Goalie. Der 1,80 Meter grosse Husi freut sich über derlei Lob und sagt über eine mögliche 1.-Liga-Zukunft: «Das ist mein Ziel.» Er will sich jedoch Zeit nehmen und nicht unter Druck setzen lassen. «Ich nehme es, wie es kommt, und mache mir keine allzu grossen Hoffnungen.» In diesem Jahr steht für den Automatiker ohnehin der Abschluss seiner Lehre im Vordergrund. Deshalb schliesst er einen vorzeitigen Klubwechsel zwar nicht kategorisch aus, betont aber, dass «schon viel zusammenpassen» müsste.
Keine Lust auf die Ersatzbank
Möglichkeiten, den Drittligisten zu verlassen und bei einem Höherklassigen anzuheuern, gab es bereits: Vor anderthalb Jahren hatte er eine Anfrage von YB U18 erhalten und hätte gerne in die Hauptstadt gewechselt. Trimbach stellte sich damals aber quer. Im vergangenen Winter bestand die Möglichkeit, jeweils als Ersatzgoalie zu den Erstligisten Baden oder Olten zu wechseln. Er lehnte ab. «Am meisten Fortschritte macht man im Spiel, mit 18 Jahren kommt man auf der Ersatzbank nicht weiter», begründet er. Und auch wenn der Kontakt zum FC Baden fortbesteht, gedenkt er die aktuelle Saison «sicher bei Trimbach» zu beenden.
Beim Etablieren in der 3. Liga geholfen hat ihm, dass sein drei Jahre älterer Bruder Andreas als Innenverteidiger zum Einsatz kommt. «Ich spiele sehr gerne mit dem Bruder. Es ist eine gewisse Sicherheit da», sagt Husi. Die Saison hat für die Trimbacher gut, aber nicht optimal begonnen. Zwei knappen Siegen über Oensingen in Meisterschaft und Cup folgte ein 0:0-Unentschieden in Wangen. «Es sollte gut kommen», ist Husi bezüglich Saisonverlauf optimistisch, «der Aufstieg ist schon langsam fällig.» In der vergangenen Saison haben die ambitionierten Trimbacher im letzten Spiel sogar die Teilnahme an den Aufstiegsspielen verpasst. Buchstäblich in letzter Sekunde hatte man gegen Wangens «Zwöi» den alle Träume zunichte machenden Ausgleich kassiert. Der Schock über das Verpassen der Aufstiegsspiele sei nach dem ersten Training nach der Sommerpause überwunden gewesen, meint Husi. Nun sollen «die Aufstiegsspiele ohne zu zittern bis zur letzten Runde sicher erreicht werden».
«Muss Führungsrolle ausüben»
Neuerlich den Aufstieg anstreben will der FCT mit Bejtush Rrustolli. «Vom Trainer bin ich völlig überzeugt», lobt Husi seinen neuen Chef. «Es ist frischer Wind reingekommen.» Auch die Stimmung und die Disziplin seien verbessert und die Professionalität erhöht worden. Wurden bisher bloss zwei Trainings durchgeführt, sind es nun normalerweise deren vier. Husi, der sich schon als E-Junior im spezifischen Goalietraining schulen liess, ist dreimal dabei. Am Montag steigert er seine Fähigkeiten seit zwei Jahren in der Oltner Goalie-Schule Christian Zährls.
Fachmann Zährl sagt über seinen Schützling: «Thomas Husi hat mehr Stärken als er selber glaubt.» Und er rät ihm, trotz seines jungen Alters nun bei Trimbach eine Führungsrolle zu übernehmen und vermehrt Selbstvertrauen auszustrahlen.
Für was reichen Husis Qualitäten? Mit Prognosen halte er sich eigentlich lieber zurück, da es auch immer Vitamin B brauche, sagt Zährl zuerst, um dann doch zu ergänzen: «Mindestens für die 1. Liga. Wenn er fleissig und ehrgeizig ist, dann bringt er es noch weiter.» |
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