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Fussball Der FC Trimbach wird demnächst offiziell zertifiziert

 

An der Präsidentenkonferenz des Solothurner Kantonal-Fussballverbands (SKFV) vom nächsten Montag hat der FC Trimbach den grossen Auftritt. Erstmals übergibt der Verband einem Mitgliedsverein das «Zertifikat Fussballclub».

 

philipp kissling

Eigentlich gibt es das «Zertifikat Fussballclub» schon seit zwei Jahren, doch niemand weiss davon. Zumindest nicht ausserhalb des SKFV und den ihm angehörenden Vereinen.
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Das «ZeFu», wie das Zertifikat fast liebevoll genannt wird, verstaubt seit der Präsentation an der Präsidentenkonferenz 2007 in den Schubladen der Clubverantwortlichen. Keiner zeigte Interesse, keiner wollte es erwerben. Ausser Stephan Christ, 30, und Benjamin Tschumi, 23, vom FC Trimbach. Christ, der Präsident gehörte seinerzeit ebenso wie sein Vize Tschumi der internen Projektgruppe an, die man beim FCT nach dem Abgang des omnipräsenten Vereinsbosses Roger Müller und seinen Gefolgsleuten gebildet hatte. Eine neue Organisationsform war das Ziel, zukunftsorientierte Strukturen, die unabhängig von Personen als Arbeitsmittel für die nächsten Jahre dienen sollten, mussten her. Christ und Tschumi verglichen das bereits vorhandene Material mit den Anforderungen, die das ZeFu verlangte, und stellten fest: «Wir haben ja schon einiges davon drin, für das Zertifikat sind keine grossen zusätzlichen Anstrengungen mehr erforderlich.»

 

Auch das Köfferli wird begutachtet

 

Ende 2007 liess der FC Trimbach dem Verband die Anmeldung zukommen. Die Niederämter hatten fortan ein Jahr lang Zeit, das Dossier fertigzustellen. Auflagen punkto Vereinsorganisation, Infrastruktur und Trainerausbildung mussten erfüllt und nachgewiesen werden. Rolf Feuz, der Technische Leiter des SKFV, kam vorbei und kontrollierte, was zu kontrollieren war – inklusive Köfferli mit den Erste-Hilfe-Sachen drin. Gänzlich neu für die FCT-Zugpferde Christ und Tschumi war die Veranstaltung zum Thema Suchtprävention, die ebenfalls durchgeführt werden musste. Ende Februar wurde den 12- bis 18-jährigen Jugendlichen ins Gewissen geredet. In Zusammenarbeit mit Heinz von Arb von der Suchthilfe Olten sensibilisierte der FCT seine Junioren an einem speziell gestalteten Samstagmorgen für die Probleme im Zusammenhang mit Alkohohl, Tabak und Cannabis.

 

Die Entscheidungsträger beim SKFV bewerten den mittlerweile 102-jährigen Club nach einem Punktesystem, in dem 55 Punkte möglich sind. 50 Zähler sind nötig, um das Zertifikat zu erhalten. Ob es reicht, werden die Verantwortlichen erst am Montag genau wissen. Allerdings dürfen sie mit Applaus rechnen, denn der Verband wird den FCT kaum auflaufen lassen.

 

Das neue Vereinskonzept hat die Rahmenbedingungen für Trimbachs Funktionäre verbessert. «Die Aufgaben sind jetzt klarer definiert», erklärt Benjamin Tschumi, und Stephan Christ ergänzt den Grundpfeiler des Zertifikats Fussball: «Das ZeFu ist auf die Funktionsfähigkeit des FC ausgelegt, dessen Betrieb sichergestellt werden soll.» Das Zertifikat wird ohne Zweifel und in erster Linie die Glaubwürdigkeit unter den Vereinsmitgliedern für die Neuausrichtung verstärken. Zudem erhofft sich der Präsident, dass das Engagement bei der Gemeinde zur Kenntnis genommen und beispielsweise die Anstrengungen in Sachen Sucht- und Gewaltprävention geschätzt werden.

 

Fortschritte machten die Trimbacher bereits in der Juniorenabteilung. Diesbezüglich verteilen Christ und Tschumi ein Sonderlob an Stephan Noordijk, den Obmann des Nachwuchses. Es sei, sagt Christ, zuletzt leichter geworden, Trainer zu finden. Und vor allem habe man Trainer, die man wollte, nicht solche, die man aus Personalmangel nehmen musste. Die Verantwortlichen leisteten sich diesbezüglich den Luxus, auf die Dienste zweier Juniorentrainer zu verzichten, nachdem diese ihren Pflichten gegenüber dem Verein nicht nachgekommen seien. Es herrscht in der Teppichetage des bald offiziell zertifizierten FC Trimbach also ein neues Selbstbewusstsein, das sich schon bald auf die Tschütteler auf dem Rasen übertragen könnte.